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Pressebericht 1

Bautechnologie



Sächsische Zeitung



Alter Hochbehälter für Trinkwasser inspiziert
Holger Gutte (2005)

Unscheinbar mutet ein kleines Gebäude auf dem Nonnenberg in Großschweidnitz an. Und doch ist es für die Einwohner Löbaus lebensnotwendig. Von hier aus fließen seit über 90 Jahren täglich 700 Kubikmeter Trinkwasser in die Stadt. Seit 1902 ist der Hochbehälter ein Sicherheitspuffer, um zu jeder Tageszeit ausreichend Trinkwasser zu haben. Doch gestern war eine der zwei riesigen Kammern des alten Gemäuers leer. Je 400 Kubikmeter Wasser fassen sie. Mit Gummistiefeln und Scheinwerfern bewaffnet, stiegen die Mitarbeiter der Stadtwerke in das Innere des Gewölbebaues hinab, das eigentlich immer mit sauberem Trinkwasser gefüllt ist.


Einmal im Jahr geht es hinein

"Einmal im Jahr wird der Hochbehälter geleert und gereinigt", sagt Matthias Scholz. Dann bietet sich für den Leiter des Bereiches Wasserversorgung der Stadtwerke Löbau die Gelegenheit, in das Innere des alten Gebäudes zu blicken. Unter einem Höchbehälter für die Trinkwasserversorgung stellt sich der Laie eigentlich etwas anderes vor. Etwa vier Meter hoch ist der Sandsteinbau, dessen Seiten- und Rückwände unter einem riesigen Erdwall verborgen sind. Dafür mutet die mit reichlich Zinnen verzierte Vorderfront wie eine kleine Ritterburg an. Und die ist 1914 und in den Kriegsjahren danach von den Löbauern akribisch verteidigt worden. Die Einwohner hatten damals Angst, man könne ihnen das Trinkwasser vergiften. In den Zinnen sind noch heute die Namen der Leute zu lesen, die hier Tag und Nacht Wache schoben. Noch 1934 berichtete der Sächsische Postillion über die Sicherheitsvorkehrungen der Löbauer, um ihr Trinkwasser zu schützen.Reichlich 90 Jahre später ist der Hochbehälter noch genauso wichtig für die Stadt. Die Wasserwerke wollen ihn sanieren. Das Gebäude soll noch weitere Jahrzehnte seinen Dienst verrichten. Denn es wird gebraucht. Hochbehälter heißt der Bau nur, weil er sich so hoch befindet, dass sein Wasserreservoire dank des natürlichen Gefälles ohne Pumpensystem nach Löbau fliesst. Genauso gelangt es übrigens auch von dem fünf Kilometer entfernten Wasserwerk in Dürrhennersdorf, wo es aufbereitet wird, in den Behälter hinein. "Unsere Altvorderen haben sich damals bei der Wasserversorgung von Löbau schon was gedacht", sagt Matthias Scholz.Gestern ist eine Kammer des Hochbehälters gründlich durchgecheckt worden. Mit einem Hammer haut Karl-Heinz Stangl hier und da gegen die Wände, um Putzteile zu lösen. Dann sprüht er die Stelle ein. "So kann ich den Zementstein nachweisen", sagt er. Betonzustandsanalyse heißt der Vorgang. Auf den ersten Blick schätzt der Sachverständige eines Zwickauer Ingenieurbüros ein, dass der Putz mindestens bis zu einer Stärke von acht Millimetern runter muss. Genaues kann er aber erst später sagen, wenn alles analysiert ist.


Sachverständiger Karl-Heinz Stangl untersuchte gestern in Großschweidnitz einen Hochbehälter der Stadtwerke Löbau, der demnächst saniert werden soll. Der Sandsteinbau (kleines Bild) stammt aus dem Jahre 1902. Foto: SZ/Steffen Scholz


Jeder Riss wird aufgelistet

Es ist noch der Originalputz von 1902. Nur einige Wand- und Deckenstellen wurden im Laufe der Zeit gestrichen. Jeder Riss, abgeplatzte Teile oder sonstige Schäden werden aufgelistet. Karl-Heinz Stangl vermisst auch die drei Gewölbe der Kammer. Er erstellt für die Sanierung ein Aufmaß. Spätestens im zweiten Quartal wollen die Stadtwerke Löbau die linke Kammer des Hochbehälters sanieren. Dann wird ein Spezialputz aufgetragen der wieder viele Jahrzehnte halten soll. Auch die drei Lüftungsrohre werden durch neue ersetzt. Und die alte Eisenleiter wird einer aus Edelstahl weichen.

Nachdem gestern alles vermessen wurde, konnten die Reinigungsarbeiten beginnen. Mit einem Kärcher werden die Decken und Wände abgespritzt und anschließend desinfiziert. Heute ist der Hochbehälter auf dem Nonnenberg bereits wieder mit Wasser gefüllt. Im nächsten Jahr ist die Sanierung der rechten Kammer des Hochbehälters geplant. Elf Trinkwasserbehälter gibt es für die Stadt. Der älteste befindet sich in Löbau auf dem "Heiteren Blick" und stammt aus dem Jahre 1890/91.






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